Was tun, wenn eine Kryptobörse von Ihnen einen Mittelherkunftsnachweis fordert?

Sie wurden von Ihrer Kryptobörse aufgefordert, einen Mittelherkunftsnachweis zu erbringen. Bevor Sie nun anfangen, beliebige Unterlagen mit allerlei höchstpersönlichen Daten und Informationen zusammenzusuchen, möchten Sie sich genau informiert. Das ist verständlich, denn der Nachweis zur Mittelherkunft ist ein relativ neues Phänomen und viele Kryptoinvestoren wissen nicht, was konkret zu tun ist.

Zu dieser nachvollziehbaren Unsicherheit kommt hinzu, dass Betroffene in der Pflicht zur Vorlage von Herkunftsnachweisen einen beträchtlichen Eingriff in Ihre Privatsphäre sehen. Je nachdem, für was der Kryptobörse ein Mittelherkunftsnachweis vorzulegen ist, geht es um Einkommensnachweise, Transaktionsprotokolle oder noch weiterführende Daten. Diese werden – das darf nicht außer Acht gelassen werden – an Privatunternehmen übermittelt und nicht an staatliche Stellen. Diese Unternehmen werden in einer Vielzahl der Fälle nicht innerhalb der Europäischen Union, geschweige denn in Deutschland, niedergelassen sein. Das führt schon in anderen Zusammenhängen oft genug zu Problemen mit Börsen, die nicht zuletzt in der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen münden.

Kryptobörse kann Mittelherkunftsnachweis für Geld und Kryptowährungen fordern
Der Nachweis der Mittelherkunft bereitet bei Kryptowährungen oft Schwierigkeiten!

Wem genau Sie tiefgreifende Einblicke in Ihre persönlichen und finanziellen Lebensverhältnisse gewähren, wird im Bereich Kryptowährungsbörsen meist nicht im Detail nachvollziehbar sein. Als auf den Bereich Kryptowährungen spezialisierte Kanzlei können wir aus unserer Beratungspraxis heraus nur empfehlen, entsprechende Vorsicht bei der Herausgabe von Daten walten zu lassen. Oberstes Kredo sollte also auch im Zusammenhang mit der Herausgabe von eigenen Daten zwecks Mittelherkunftsnachweis gegenüber einer Kryptobörse sein: So viel wie zwingend nötig aber nur so wenig wie möglich!

Keine Sorge, wir helfen Ihnen mit einem Überblick!

Zwar handelt es sich beim Handelsbetrieb von Kryptowährungen um einen zunehmend regulierten Markt. Doch die Regulierung als solche steckt in diesem Bereich nichtsdestotrotz noch in den Kinderschuhen. Es baut sich derzeit insbesondere ein Flickenteppich aus einschränkenden Vorschriften zwischen einzelnen Staaten auf. Da es dem Handel mit Kryptowährungen innewohnt, dass dieser möglichst grenzübergreifend verläuft, haben Sie es mit Dienstleistern aus aller Welt zu tun. Dies gilt erst recht für eine Kryptobörse, die von Ihnen einen Mittelherkunftsnachweis fordern. Denn dies geschieht in der Regel auf Grundlage der Vorschriften, denen die Börse innerhalb ihrer eigenen Jurisdiktion unterliegt. Das können also ganz andere Vorschriften sein, als Sie es aus dem deutschen Rechtsraum gewohnt sind.

Exemplarisch haben wir für Sie einige der bekannteren Kryptobörsen weltweit und speziell im deutschsprachigen Raum in Bezug auf den Herkunftsnachweis beleuchtet:

  • Binance
  • Coinbase
  • Nuri (ehemals Bitwala)
  • Bitstamp
  • crypto.com
  • Bitpanda
  • Kraken
  • Bison/BSDEX
  • bitcoin.de
  • Changelly
  • GokuMarket


Achtung
: bei englischsprachigen Kryptobörsen könnte es sein, dass Sie nicht wortwörtlich zum Mittelherkunftsnachweis aufgefordert werden. Auf Englisch werden folgende Bezeichnungen für den Nachweis der Mittelherkunft verwendet:

  1. source of funds
  2. origin of funds
  3. source of wealth declaration
  4. proof of source of funds


Die nachfolgenden Informationen zum Mittelherkunftsnachweis (oder proof of source of funds) bei Börsen, auf denen Kryptowährungen gehandelt werden, gelten auch für sonstige Plattformen sinngemäß. Es mag sein, dass einige Plattformen im Ausland gar keinen Herkunftsnachweis verlangen. Auf Dauer dürften solche Anbieter jedoch keine große Rolle mehr im Markt der digitalen Assets spielen und letztlich durch staatliches Eingreifen geschlossen werden.

Wie sieht ein Mittelherkunftsnachweis für eine Kryptobörse aus?

Zunächst gilt es grundsätzlich zu verstehen, was ein Mittelherkunftsnachweis gegenüber einer Kryptobörse überhaupt bezwecken soll. Daraus wird dann ersichtlich, wie ein solcher Nachweis erbracht werden kann.

Mit dem Mittelherkunftsnachweis für Ihre Vermögenswerte – das werden auf einer Kryptobörse in erster Linie Kryptowährungen und Geld / Fiatgeld sein – erbringen Sie den Beweis, dass diese Vermögenswerte eine legitime Herkunft haben.

Die Mittelherkunft ist dann als legitim anzusehen, wenn sie nachweislich nicht aus der Begehung von Straftaten stammt. Einen solchen Nachweis erbringen Sie dann erfolgreich, wenn Sie plausibel darlegen können, welche legitime Herkunft Ihr Geld oder Ihre Bitcoins und andere Kryptowährungen haben.

Es obliegt jedoch grundsätzlich jeder Kryptobörse selbst, einen von Ihnen angebotenen Mittelherkunftsnachweis für ausreichend zu erkennen oder diesen nicht genügen zu lassen. Dies ist Teil des Ermessenspielraums, der Kryptobörsen zukommt.

Je nachdem, für welchen Vermögenswert Sie gegenüber einer Kryptobörse einen Mittelherkunftsnachweis erbringen müssen, kann sich dies unterschiedlich kompliziert darstellen. Während für Ihr Geldvermögen klassischerweise Gehaltsnachweise als taugliche Beweismittel dienen können, wird dies bei einem Herkunftsnachweis für Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether schon deutlich schwieriger. Denn diese haben viele aus Zeiten in ihrem Portfolio, zu denen noch niemand daran dachte, einmal die Mittelherkunft der Coins nachweisen zu müssen. Entsprechend schwierig wird es dann mit Kaufbelegen und anderen Erwerbsnachweisen.

Wie ein Mittelherkunftsnachweis für eine Kryptobörse aussehen sollte, kann also nicht pauschal beantwortet werden. Dies richtet sich nicht nur nach dem konkreten Vermögenswert und ihren persönlichen Umständen. Auch die Anforderungen der Kryptobörse selbst spielen eine erhebliche Rolle. Zu letzterem Punkt versuchen wir Ihnen bereits mit den folgenden Ausführungen einen hilfreichen Überblick zu verschaffen.

Kryptobörse Binance fordert Source of Wealth Declaration?

Viele Kunden von Binance sind mittlerweile überrascht, dass sie nach dem Mittelherkunftsnachweis gefragt werden. Da Binance überwiegend auf Englisch kommuniziert, werden Sie dort höchstwahrscheinlich nach einer sogenannten Source of Wealth Declaration gefragt, also einer Erklärung über die Herkunft Ihres Vermögens.

Ein solches Vorgehen hatte man von Binance als „unkomplizierte“ und „lockere“ Kryptobörse nicht erwartet. Lange hatte Binance den Ruf genossen, es Kunden möglichst einfach zu machen, mit digitalen Werten zu handeln. Je größer Binance wurde, desto strenger schauten allerdings Staatengemeinschaften auf die Finanzaktivitäten dieser Börse.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist eindeutig zu erkennen, dass Binance sich den gesetzgeberischen Vorgaben nicht weiter versperrt. Der Mittelherkunftsnachweis wird bei Binance vehement eingefordert, sowohl für Kryptoeinzahlungen, als auch für Überweisungen in Euro oder anderen Währungen. An welcher Gesetzgebung sich Binance hierbei orientiert, ist unklar, da der Firmensitz von Binance nicht leicht zu ermitteln ist. Bei Börsen wie Coinbase, Kraken oder Bitstamp ist die Jurisdiktion hingegen eindeutig geklärt.

Bei einem nicht eingereichten Herkunftsnachweis wird Ihr Konto bei Binance eingefroren werden. Dies muss Binance so umsetzen, da die Gesetzgebung eine solche Accountsperre vorschreibt. In einem solchen Fall können Sie weder weitere Kryptowährungen oder Gelder einzahlen, noch Ihre bei Binance befindliches Guthaben abheben.

Es sollte daher bereits vor einer größeren Überweisung an Binance – sei es mit hohen Geldbeträgen, oder hohen Kryptowährungsbeträgen – der Mittelherkunftsnachweis bedacht werden.

Kryptobörse Coinbase fordert Nachweis der Mittelherkunft?

Coinbase ist eine der wenigen Kryptobörsen, die als börsennotiertes Unternehmen im besonderen Fokus der Finanzaufsichten steht. Seit dem Börsengang von Coinbase hat auch die Thematik zum Mittelherkunftsnachweis eine besondere Brisanz entwickelt. Denn der proof of source of funds (englisch für: Mittelherkunft) müssen von einer solchen an der Börse gehandelten Aktiengesellschaft wie Coinbase abgefragt werden.

Dennoch gibt es zwischen der Kryptobörse Coinbase und anderen Anbietern beim Mittelherkunftsnachweis für Geld oder Kryptos gewichtige Unterschiede. Da Coinbase in den USA angesiedelt ist, erfolgt die Überprüfung der source of funds etwas anders. Hier wird nicht unbedingt eine einzelne Transaktion überprüft, sondern oft die gesamte Vermögenssituation der Kundschaft. Sprich: bei Coinbase könnte es sein, dass Sie Ihr Jahreseinkommen und womöglich auch Ihr Vermögen (source of wealth) angeben müssen.

Dieser eher „allgemeine Mittelherkunftsnachweis“ ist mitunter bequemer als der Nachweis zur Mittelherkunft für unzählige einzelne Kryptotransaktionen oder Geldüberweisungen.

Für Coinbase als US-amerikanisches Unternehmen ist unter anderem die in den USA ansässige FinCEN zuständig, was die Mittelherkunft anbelangt. Seitens der FinCEN wurde bereits mitgeteilt, dass insbesondere das „recordkeeping“ (deutsch: Buchführung) bei Kryptowährungen und Börsen wichtig sei. Coinbase ist daher angehalten, die Transaktionshistorie von Kunden nicht nur zu speichern, sondern diesbezüglich im Zweifel Rückfragen zu stellen. Die FinCEN ist in dieser Hinsicht unter anderem auch bezüglich Kraken aktiv, da Kraken ebenso in den USA ansässig ist.

Bei Coinbase kann sich der Mittelherkunftsnachweis sowohl auf Ihre Bitcoins und anderen Kryptowährungen richten, als auch auf Ihre Einzahlungen in Euro.

Kryptobörse Nuri (ehemals Bitwala) verlangt Herkunftsnachweis?

Die deutsche Kryptobörse Nuri – früher Bitwala genannt – arbeitet eng mit der Solarisbank zusammen. Gemeinsam bieten die Nuri GmbH und die Solarisbank deutschen Nutzern eine bequeme Möglichkeit, in Kryptowährungen zu investieren. Da sowohl Nuri, als auch die Solarisbank in Deutschland ansässig sind, müssen sich beide Partner selbstverständlich an die deutsche Gesetzgebung halten. Beim Mittelherkunftsnachweis ist daher nicht verwunderlich, dass Nuri besonders kritisch nachfragen könnte.

Allerdings eröffnen Nuri-Nutzer automatisch ein Girokonto bei der Solarisbank. Insofern kann der Mittelherkunftsnachweis hier sowohl von Nuri für die Einzahlung von Bitcoins und anderen Kryptowährungen, als auch von der Solarisbank für Geldeinzahlungen abgefragt werden.

Grundsätzlich dürfte der Nachweis zur Mittelherkunft bei Nuri als eher streng überprüft einzuschätzen sein. Die Überwachung solcher Maßnahmen gegen Geldwäsche obliegt in Deutschland unter anderem der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die BaFin ist beispielsweise auch für bitcoin.de zuständig.

Wer keinen Herkunftsnachweis zu seinen Kryptowährungen oder seinem Geld bei Nuri oder der Solarisbank erbringt, dürfte mit einer zeitnahen Kontosperre rechnen müssen. Gemäß vertraglicher Vereinbarungen dürfen sowohl Nuri, als auch die Solarisbank die Vertragsbeziehung zum Kunden jederzeit kündigen. Auch aus Compliancegründen würde ein nicht erbrachter Mittelherkunftsnachweis Nuri und die Solarisbank dazu „zwingen“, eine Kontosperre vorzunehmen – ganz abseits von etwaigen Vertragsvereinbarungen mit der Kundschaft.

Kryptobörse Bitstamp und „Source of Funds“ (Mittelherkunft)?

Bei Bitstamp haben Sie es mit einer englischen Kryptobörse zu tun, die Sie vermutlich nach den source of funds (deutsch: Mittelherkunft) fragen wird. Es gilt bei Bitstamp das brittische Recht, insbesondere der 2018 in Kraft getretene Sanctions and Anti-Money Laundering Act.

Da bei Bitstamp sowohl Kryptowährungen, als auch Euro eingezahlt werden können, müssen Sie womöglich für beide Vermögenswerte einen Herkunftsnachweis anführen. Bitstamp gilt als eher strenge Börse, die sich gern und genau an gesetzgeberische Vorgaben hält. Ein nicht erbrachter Mittelherkunftsnachweis dürfte zeitnah zu einer kompletten Kontosperrung führen.

Was vielen deutschen Nutzern bei Bitstamp Probleme bereiten könnte, ist die Kommunikation in englischer Sprache. Nicht immer kann seitens Bitstamp der detaillierte Austausch zum Mittelherkunftsnachweis in deutscher Sprache angeboten werden.

Es ist auch unklar, inwieweit deutsche Dokumente zum Nachweis der Herkunft der Vermögenswerte (origin of funds) ohne Weiteres anerkannt werden. Denn beispielsweise dürfte ein Schenkungsvertrag in deutscher Sprache, der Ihre Geldüberweisung an Bitstamp erklären würde, für Bitstamp nicht so leicht nachzuvollziehen sein.

Verwechseln Sie den Mittelherkunftsnachweis bei Bitstamp nicht mit der Vorgehensweise von anderen englischsprachigen Börsen wie Coinbase oder Kraken. Letztere sind US-Unternehmen, die tendenziell eher die gesamte Vermögenssituation der Kundschaft abfragen, während Bitstamp ein UK-Unternehmen ist, was anderen Rechtsbestimmungen folgen muss. Seit dem Brexit ist im Übrigen das in der EU geltende Recht zum Nachweis der Mittelherkunft nicht (mehr) ohne Weiteres bei Bitstamp anwendbar.

Kryptobörse crypto.com fordert Nachweis der Mittelherkunft?

Die Plattform crypto.com hat ihren Firmensitz auf Malta und muss daher dem geltenden EU-Recht zur Geldwäschebekämpfung folgen. Deswegen fragt auch crypto.com die eigenen Kunden nach dem Mittelherkunftsnachweis – sowohl für Kryptowährungen, als auch für Einzahlungen in Euro.

crypto.com ist für Nutzerfreundlichkeit bekannt und dürfte ein großes Interesse daran haben, den Kunden einen möglichst einfachen Weg bereitzustellen, die geforderten Nachweise zu erbringen. Allerdings droht auch hier eine Accountsperre, falls die Mittelherkunft nicht rechtssicher erbracht wird.

Da bei crypto.com eine Vielzahl unterschiedlicher Coins gehandelt werden können, ist eine ausufernde Transaktionshistorie, die den Mittelherkunftsnachweis beschwerlich werden lässt, für crypto.com vermutlich kein neues Phänomen. Letztlich möchte crypto.com nur, dass Sie problemlos die Plattform nutzen können – auch wenn Sie über die letzten Jahre hinweg auf unterschiedlichen Börsen mit verschiedenen Coins getradet hatten.

Auf Malta wird im Übrigen die englische Sprache verwendet. Daher könnte es sein, dass Sie nicht das Wort Mittelherkunftsnachweis hören, sondern source of funds, origin of funds oder source of wealth. Die Kommunikation muss in einem solchen Fall wohl auf Englisch stattfinden, was beschwerlich sein kann.

Kryptobörse Bitpanda verlangt Mittelherkunftsnachweis?

Auch die österreichische und zugleich Europas größte Kryptobörse Bitpanda fordert seit einiger Zeit in erheblichem Umfang einen Mittelherkunftsnachweis für Fiatmittel (Geld) und Kryptomittel (Kryptowährungen) der Kunden. Dabei folgt Bitpanda dem maßgeblich durch die EU-Geldwäscherichtlinien bestimmten österreichischem Geldwäscherecht.

Uns erreichen immer häufiger Anfragen, welche Probleme beim Nachweisprozedere mit Bitpanda zum Thema haben. Auf der eigenen Website stellt Bitpanda zwar einen umfangreichen Informationsbereich zum Thema Mittelherkunft zur Verfügung. Allgemeine Informationen können die sehr detaillierte Wirklichkeit der verschiedenen Mittelherkünfte aber höchstens ansatzweise abbilden. So entstehen Probleme oft aus Einzelfallfragen in problematisch nachzuweisenden Konstellation, wie etwa in Fällen der Erbschaft oder der Schenkung.

Auch Bitpanda handhabt Problemfälle häufig mit der Sperrung des Bitpanda Accounts. Plötzlich und unangekündigt erscheint beim Login dann die Meldung „Das Konto ist nicht aktiv“. Ihr Bitpanda Account ist dann deaktiviert, der Zugriff also gesperrt und Sie können sich nicht mehr einloggen. Die dort lagernden Vermögenswerte sind dann erst einmal eingefroren, bis die geforderten Nachweise erbracht sind.

Über bestimmte Schwellenwerte für Bareinzahlungen oder Kryptowerte, ab denen ein Mittelherkunftsnachweis von Bitpanda gefordert wird, schweigt sich die Kryptobörse aus. Als Teil des unternehmensinternen Risikomanagements dürfte es im Interesse des Unternehmens aber auch des Gesetzgebers liegen, derartige Grenzwerte nicht offenzulegen. Denn dies macht „Kontrollen“ – nichts anderes ist die Forderung nach einem Mittelherkunftsnachweis – unvorhersehbarer und dadurch schwieriger zu umgehen.

Kryptobörse Kraken fordert „Proof of Source of Funds“?

So wie Coinbase ist auch Kraken in den USA ansässig und befolgt die US-Rechtsbestimmung zum Mittelherkunftsnachweis. Anders als Coinbase ist Kraken jedoch kein börsennotiertes Unternehmen und steht daher nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit. Nutzer werden bei Kraken dennoch sowohl für Einzahlungen in Bitcoin und anderen Kryptowährungen, als auch für Euroeinzahlungen befragt.

Die US-amerikanischen Behörden nehmen Geldwäschebekämpfung sehr ernst und haben Kryptobörsen wie Kraken dezidiert im Blick.

Kraken ist bekannt dafür, den US-amerikanischen Behörden gegenüber sehr offensiv aufzutreten. Anscheinend möchte Kraken innerhalb der Kryptoszene weiterhin den Ruf genießen, keine Nutzerdaten auszuhändigen. Im Zweifel wird jedoch auch Kraken den anfragenden Behörden alles übermitteln, was zur Geldwäschebekämpfung dienlich ist. Hierzu gehören unter anderem die gesammelten Datensätze zur Mittelherkunft (englisch: source of wealth).

Kryptobörse Bison / BSDEX und der Mittelherkunftsnachweis?

Für all diejenigen, die sich in den Anfangszeiten der Kryptowährungen nicht an Kryptobörsen mit ausländischem Firmensitz herangetraut haben, war der Start der Bison App der langersehnte Zugang zum Kryptomarkt mit einem offiziellen deutschen Anbieter. Doch nicht nur das. Hinter der Bison App, welche den Handel von Kryptowährungen an der Börse Stuttgart Digital Exchange (kurz: BSDEX) ermöglicht, steht die EUWAX AG. Und diese wiederum ist 84%-ige Tochter der Börse Stuttgart GmbH.

Damit wird der Kryptowährungshandel über die Bison App von einem Unternehmen aus Deutschland angeboten, hinter dem eine deutsche Wertpapierbörse steht. „Offizieller“ geht es wohl selbst für (zurecht) sehr skeptische Investoren nicht.

Zwar entbehrt dieses Firmennetz die Kunden natürlich nicht von der Pflicht, auch gegenüber der Kryptobörse Bison /BSDEX einen Mittelherkunftsnachweis zu erbringen, wenn dies gefordert wird. Denn auch diese Unternehmen unterliegen dem deutschen Geldwäschegesetz (GwG), welches mittlerweile auch den Bereich der Kryptowährungen in den Fokus genommen hat.

Doch immerhin werden sich Bison / BSDEX Kunden darauf verlassen können, dass bei der Übertragung der sensiblen Nachweisdokumente das deutsche und europäische Datenschutzrecht Anwendung findet. Wenn Sie also etwa Gehaltsnachweise oder noch deutlich sensiblere Dokumente übermitteln, können Sie jederzeit entsprechende Auskunftsansprüche im Hinblick auf Ihre Daten gegenüber Bison /BSDEX geltend machen. Dies dürfte bei einer Kryptobörse etwa mit Sitz auf Malta, der Sie einen Mittelherkunftsnachweis übermittelt haben, im Fall der Fälle wahrscheinlich vergebens sein.

Bitcoin.de auch zur Frage nach Mittelherkunft verpflichtet?

Eine interessante Position unter den Kryptobörsen nimmt bitcoin.de ein. Bei bitcoin.de handelt es sich nicht um eine Börse wie Bitpanda oder Coinbase, sondern um einen Marktplatz. Hier werden Personen, die Bitcoins und andere Kryptowährungen handeln wollen, direkt miteinander verbunden. Es erfolgt kein An- oder Verkauf von Kryptos durch bitcoin.de an die Kunden, sondern die Vermittlung zwischen Käufer und Verkäufer ist das Geschäftsmodell.

Inwieweit bitcoin.de als reiner Marktplatz einen Mittelherkunftsnachweis abfragt, ist uns derzeit nicht bekannt. Es könnte sein, dass bitcoin.de sicherheitshalber dennoch die Nachweise zur Mittelherkunft anfordert, obwohl bitcoin.de selbst keine Kryptos an- oder verkauft.

Bei bitcoin.de hätten Sie allerdings den Vorteil, dass die Kommunikation in deutscher Sprache erfolgt. Das ist bei Börsen wir Binance oder Bitstamp nicht immer gegeben. Vielen fällt es leichter, den Mittelherkunftsnachweis zu erbringen, wenn der diesbezügliche Austausch auf Deutsch stattfindet. Ferner ist hier wie bei Nuri die deutsche BaFin zuständig.

Kryptobörse Changelly fordert Herkunftsnachweis für Kryptos?

Auch die bekannte Tauschbörse Changelly fordert zunehmend Nachweis für die Herkunft von Kryptowährungen. Sollten Sie in den Augen von Changelly eine bemerkenswerte Transaktion vornehmen wollen (dies müssen bei Weitem keine großen Transaktionen sein), werden Sie vom sogenannten „Security & Anti-crime Department“ von Changelly kontaktiert.

Sie werden zum Einen zur Identifikation im Rahmen eines KYC Prozesses verpflichtet, zum Anderen müssen Sie die Herkunft der Kryptowährungen nachweisen, die Sie bei Changelly tauschen oder verkaufen wollten. Aus den bei uns bislang bearbeiteten Fällen wissen wir, dass Changelly es dabei sehr genau nimmt! So werden teilweise nicht nur Herkunftsnachweise für Kryptowährungen gefordert. Teilweise müssen Sie sogar einzelne Wallet-Adressen im Rahmen der Transaktionshistorie erklären:

Changelly blockiert Transaktion und fordert mit Security Team Herkunftsnachweis für Kryptowährungen!
Nachgehakt! So kann eine Frage von Changelly nach einzelnen Wallet-Adressen aussehen.

Bis Changelly die Nachweise über die Herkunft Ihrer Kryptowährungen nicht zufriedenstellend erhalten hat, wird Ihre geplante Transaktion gesperrt. Es kann sogar dazu kommen, dass Ihr gesamter Account bei Changelly eingefroren wird. Sie haben dann vorläufig keinen Zugriff mehr auf Ihre dort liegenden Guthaben.

Kryptobörse GokuMarket fordert Nachweis für Mittelherkunft?

Das Thema Mittelherkunftsnachweis spielt auch bei der bekannten Kryptobörse GokuMarket eine zunehmende Rolle. Mandanten wenden sich mit Fällen an uns, in denen die Börse die Coins der Nutzer eingefroren hatte. Grund waren auch hier Fragen nach der Herkunft von eingezahlten Mitteln. Dabei kann es sich sowohl um die Einzahlung von Geld, als auch um die Einzahlung von Kryptowährungen handeln.

Auch GokuMarket lässt den Account der Betroffenen solange gesperrt, bis die Nachweise zufriedenstellend erbracht wurden. Hierbei kommt es nicht selten zu Missverständnissen aufgrund der für GokuMarket unbekannten ausländischen Nachweisdokumente. Die dortigen Support-Mitarbeiter sind mit den unterschiedlichen und ihnen nicht vertrauten Nachweisen überfordert. Dies kann starke Verzögerungen bei der Überprüfung zur Folge haben, was Nutzer aufgrund der solange gesperrten Coins manchmal verzweifeln lässt.

Wer hilft mir beim Mittelherkunftsnachweis, wenn ich selbst nicht weiterkomme?

Unabhängig davon, welche der oben genannten Kryptobörsen Sie auffordert, einen Herkunftsnachweis zu erbringen: es gibt professionelle Unterstützung für dieses Problem.

Wenden Sie sich an einen auf das Thema Kryptowährungen und Mittelherkunft spezialisierten Rechtsanwalt, der gemeinsam mit Ihnen Ihre Transaktionshistorie aufarbeitet und die Korrespondenz mit der Kryptobörse für Sie übernimmt.

Achten Sie bei der Auswahl Ihres Anwalts darauf, dass dieser über Erfahrungen im Umgang mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen verfügt. Darüber hinaus sollte Ihr Anwalt mit der Problematik des Mittelherkunftsnachweises vertraut sein. Idealerweise hat Ihr Rechtsanwalt bereits Fälle bearbeitet, bei denen es um die oben genannten Kryptobörsen geht.

Fragen und Antworten zur Herkunft von Kryptos bei Börsen

Den Mittelherkunftsnachweis erbringen Sie gegenüber einer Kryptobörse zunächst im Dialogverfahren. Sie versuchen, die legitime Mittelherkunft mit möglichst selbsterklärenden Nachweisen zu plausibilisieren. Wenn die Börse Ihre Dokumente partout nicht genügen lassen möchte und Ihre Vermögenswerte eingefroren hat, sollten Sie einen auf Kryptowährungen und Mittelherkunft spezialisierten Rechtsanwalt wenden, um Ihre Liquidität wiederzuerlangen!

Schenkungen sind, genauso wie Erbschaften, ein häufiger Problemfall im Bereich Mittelherkunftsnachweis, vor allem gegenüber Kryptobörsen. Im Idealfall haben Sie die Schenkungen damals schriftlich vereinbart und finden die Vertragsdokumente noch.


Wenn kein Schenkungsvertrag vorliegt, könnten Sie versuchen, den Mittelherkunftsnachweis gegenüber der Kryptobörse mit Überweisungsbelegen oder Transaktionsprotokollen zu führen. Sollte dies nicht gelingen, lohnt es sich, professionelle Unterstützung durch einen auf Mittelherkunftsnachweise spezialisierten Anwalt in Anspruch zu nehmen.

Sollte eine Kryptobörse den Verdacht haben, dass Sie sich im Zuge des Verfahrens um den Mittelherkunftsnachweis in Widersprüche verstricken, kann Sie Ihren Account sperren und die dort liegenden Vermögenswerte einfrieren. Dies wird solange der Fall sein, bis Sie einen tauglichen Nachweis erbringen.


Andernfalls geht die Kryptobörse davon aus, dass Ihre finanziellen Mittel nicht aus legitimer Herkunft stammen (Geldwäscheverdacht). In diesem Fall sollten Sie sich durch einen erfahrenen Anwalt vertreten lassen, der die Korrespondenz mit der Kryptobörse für Sie übernimmt und versuchen kann, das Konto entsperren zu lassen.