Opfer von NFT Betrug? Die Probleme des neuesten Blockchain Hypes

Was haben 99% aller Kryptowährungen und 99% aller NFTs gemeinsam? Die einen wie die anderen werden in einigen Jahren wertlos sein. Das mag dramatisch klingen und ist an dieser Stelle vielleicht auch ein wenig überspitzt – lassen Sie es realistischerweise 95% sein -, doch die Tendenz ist klar. Wir möchten mit diesem Beitrag dafür sorgen, dass sie nicht nur beim Kauf von Kryptowährungen, sondern auch beim Kauf von NFTs (non-fungible tokens) wachsam sind. Denn gerade in der letzten Zeit mehren sich Mandate von KäuferInnen, die sich als Opfer von NFT Betrug sehen.

Zum zahlenmäßigen Anstieg dieser Fälle kommt es derzeit vor allem deshalb, weil NFTs im Jahr 2021 ihren ersten richtigen Boom erleben. Dabei besteht die Idee, die „Echtheit“ bzw. „Originalität“ von Sachen per Token auf einer Blockchain festzuschreiben, schon seit den Anfängen des Bitcoins (sog. „Colored Coins“). Manchmal benötigen die Dinge aber einfach Zeit, um richtig ins Rollen zu kommen.

Durch diese sogenannte „Tokenisierung“ kann nicht nur digitale Kunst, sondern prinzipiell auch jedes andere Objekt per Token auf einer Blockchain gespeichert werden. Da jedoch gerade digitale Werke schon immer das Problem hatten, beliebig und perfekt reproduzierbar zu sein, ist es momentan noch vor allem die digitale Kunst, deren Limitierung oder sogar Einzigartigkeit durch einen Token auf einer Blockchain festgeschrieben wird.

Es ist für den Moment also festzuhalten, dass NFTs in der Wahrnehmung – vor allem in Deutschland – eine absolute Neuheit sind. Die breite Masse der Deutschen, die gerade einmal anfängt, sich mit Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether zu beschäftigen, dürfte von NFTs noch nicht einmal etwas gehört haben.

Hier liegt das Problem und das erhebliche Betrugspotenzial. Es bestehen zudem erhebliche Rechtsunsicherheiten, beispielsweise unter den Gesichtspunkten Eigentumsrecht und Urheberrecht.

Worum geht es beim Thema NFT Betrug?

So neu der Bereich der NFTs ist, so unreguliert und unüberwacht ist auch der diesbezügliche Handelsmarkt. Internationale Bemühungen, den mittlerweile seit über zehn Jahren bestehenden Kryptowährungsmarkt zu regulieren, liefen in 2021 erstmalig überhaupt spürbar an. Beim NFT Markt ist man noch längst nicht so weit. Zugegebenermaßen werden aber viele für Kryptowährungen geschaffene Regelungen mit wenig Aufwand auch auf NFTs Anwendung finden können. Bis dahin wird noch Zeit vergehen. Der Handel beginnt jedoch bereits zu florieren, und zwar nicht nur auf positive Weise. Im Bereich der NFTs sind die Handelsplätze teilweise noch deutlich unseriöser als manche Börsen für Kryptowährungen, mit denen es zu Problemen kommen kann.

Wenn wir von NFT Betrug sprechen, sind nicht ausschließlich die Straftatbestände der Betrugsarten des Strafgesetzbuches (StGB) nach §§ 263 ff. StGB gemeint. Diese dürften zwar in vielen der Fälle vorliegen. Wir meinen jedoch in diesem Kontext (umgangssprachlich) auch alle anderen Formen des unlauteren und unseriösen Handels mit NFTs.

Es lohnt deshalb, sich angesichts des derzeit herrschenden Regulierungsvakuums ein paar grundsätzliche Punkte zum Thema NFTs vor Augen zu führen:

  1. Jeder kann NFTs herstellen (sog. Minting), das nötige technische Know-how vorausgesetzt,

  2. NFTs können grundsätzlich für alle erdenklichen Sachen (digitale Kunst aber ebenso eine Silbermünze oder ein Oldtimer) erschaffen werden, unabhängig davon, ob die Sachen im Eigentum des NFT-Herstellers stehen,

  3. Der Hersteller eines NFTs kann den Verkaufspreis frei bestimmen.


Man könnte meinen, der Markt reguliere sich zu diesen Punkten von selbst. Denn schließlich kann eine beliebige Person für ein beliebiges Objekt zu einem beliebigen Preis einen NFT herstellen und zum Verkauf anbieten. Es benötige aber noch einen Käufer und dieser würde bei einem dubiosen tokenisierten Objekt zu einem überzogenen Preis stutzig.

So die Theorie. Die Mandatspraxis und Beobachtungen am Markt sprechen jedoch eine andere Sprache.

Irren ist menschlich. Sie sind nicht selbst schuld am NFT Betrug!

NFTs werden derzeit immer häufiger zu schwindelerregenden Preisen angeboten und auch verkauft, teilweise über suspekte Handelsplätze. Angesichts der hohen Kaufpreise kann es durchaus lohnenswert sein, vor einem Kauf NFTs die Beratung durch einen hierauf spezialisierten Rechtsanwalt in Betracht zu ziehen oder den Kauf durch einen solchen begleiten zu lassen. Wir beschreiben weiter unten auf dieser Seite, warum gerade die vertragliche Ausgestaltung des NFT-Kaufs ausgesprochen wichtig ist. Die Kosten für einen Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Blockchain sind angesichts der horrenden Kaufpreise eine überschaubare und gute Investition zur Vorbeugung späterer Probleme.

Um es noch einmal plastisch zu machen:

Jeder kann auf einer Blockchain (z.B. Ethereum) einen NFT herstellen, der das „Recht“ an einem Objekt (z.B. einer auf 20 Exemplare limitierten selbst erstellten .jpg-Datei mit einem schwarzen Kreis auf weißem Hinterrund) durch einen Eintrag auf der Ethereum Blockchain bescheinigt. Der Preis für diesen NFT könnte vom Hersteller mit dem Argument, es existierten weltweit nur 20 dieser Tokens, auf 100.000 EUR festgelegt werden.

Nun könnte man denken: „Selbst Schuld, wer für 100.000 EUR eine .jpg-Datei mit einem schwarzen Kreis kauft“. So einfach ist es nicht. Denn derartige Verkäufe werden mit allerlei Versprechungen und Informationen eingeleitet, die in genug Fällen nicht der Wahrheit entsprechen. NFTs werden oft sehr aggressiv beworben, sodass potenzielle KäuferInnen dazu neigen, vor lauter schöner Grafiken und Versprechungen das nötige Risikobewusstsein abzulegen.

Unserer Auffassung nach darf die Forderung nach einem rechtssicheren Erwerb von NFTs jedoch nicht pauschal durch das Argument erstickt werden, wer NFTs kaufe wisse, dass es sich um eine spekulative Anlageklasse handele und trage das Risiko selbst. Wir sagen: Auch Spekulanten haben ein Recht auf eine rechtssichere Handelsumgebung! Ähnlich wie bei Kryptowährungen bleibt sonst am Ende nur die Option, mit anwaltlichem Druck Schadensersatz zu fordern, schlimmstenfalls sogar im Klageweg.

Beispiele aus der Praxis für unseriöse oder betrügerische NFT Angebote

Uns sind folgende wiederholt auftretende Konstellationen aufgefallen, in denen sich unsere MandantInnen bei oder nach ihrem NFT Kauf betrogen fühlten. Wir gehen auf die tatsächlichen und rechtlichen Einzelaspekte dieser Beispiele noch im weiteren Verlauf dieses Beitrags ein.

Beispiel 1: Ein Projektteam kündigt mit einer breit angelegten Werbeaktion (Website und soziale Medien) das Minting einer limitierten Serie verschiedener digitaler Kunstwerke an. Unsere Mandantin zahlte per Vorkasse mit der Kryptowährung Ether, um dann am Tag des Mintings einen der begehrten NFTs zu erhalten. Das Minting der NFTs findet jedoch nie statt. Die vermeintliche Projektteam ist von der Bildfläche verschwunden, mit den Kryptowährungen unserer Mandantin.

Beispiel 2: NFTs zu selbst kreierten digitalen Kunstwerken werden als limitiert angeboten. Nach Zahlung des Kaufpreis per Kryptowährung Bitcoin erhält unser Mandant die versprochenen NFTs auch. Es stellte sich jedoch nach einem halben Jahr heraus, dass die digitalen Kunstwerke von jemand anderem als dem NFT Hersteller stammen, also Urheberrechtsverletzungen begangen wurden. Auch stellte sich heraus, dass die NFTs in einer großen Anzahl verkauft wurden und nicht mit der versprochenen Limitierung. Die von unserem Mandanten erworbenen NFTs sind dadurch faktisch wertlos.

Wie man sehen kann, sind die Situationen und Umstände, in denen KäuferInnen von NFTs mit Problemen konfrontiert werden, verschiedenartig. Die obige Auflistung ist hierbei längst nicht abschließend, sondern lediglich ein Auszug aus wiederkehrenden Fällen, die unsere MandantInnen uns als Rechtsanwalt für NFTs berichten.

In einigen Fällen steht beim Hinzutreten besonderer Umstände sogar eine Strafbarkeit von NFT KäuferInnen im Raum, parallel zum Thema möglicher Straftaten durch den Besitz von Kryptowährungen. Andersherum kann es jedoch auch zu strafrechtlich relevantem Handeln durch den unrechtmäßigen Verkauf von NFTs kommen (lesen Sie dazu mehr weiter unten).

Was genau erwerbe ich eigentlich, wenn ich einen NFT kaufe?

Um das Risiko für Käufer (aber auch Verkäufer) von NFTs ein wenig besser einschätzen zu können, ist es dienlich sich einmal zu fragen, was genau ein Käufer eines NFTs überhaupt erwirbt, wenn er für einen solchen unter Umständen tausende von Euros in Form von Kryptowährungen bezahlt.

Nach der Vorstellung rechtlicher Laien ist die Antwort in der Regel klar. Sie dürfte beispielsweise im Falle eines NFTs für ein digitales Kunstwerk sinngemäß lauten:

„Ich erwerbe durch den Kauf das Eigentum an einem Token, der beweist, dass ich Eigentümer des Bildes bin, welches mit dem Token verknüpft ist.“

Sie werden es ahnen: Aus rechtswissenschaftlicher Sicht stellt sich diese Frage deutlich differenzierter dar und es gibt derzeit nicht einmal eine klare Antwort darauf, was ein NFT-Käufer eigentlich erwirbt. Nun soll dies kein juristischer Aufsatz zu Fragen des Eigentums oder es Urheberrechts am NFT werden. Wir möchten Sie jedoch darüber informieren, dass NFTs in Sachen Eigentum und Urheberrecht durchaus umstritten sind.

Bei der Frage nach dem Eigentum am NFT etwa gilt es zu beachten, dass nach herrschender rechtswissenschaftlicher Meinung kein „Eigentum an Computerdaten“ (nichts anderes sind NFTs) im herkömmlichen Sinne bestehen kann. Denn Eigentum kann nur an körperlichen Gegenständen bestehen, was Computerdaten nach ebenfalls herrschender Meinung nicht sind. Es gibt jedoch Überlegungen, dass Käufer und damit Besitzer von NFTs an diesen sog. „eigentumsähnliche Rechte haben. Diese werden juristisch anders hergeleitet als das klassische Eigentumsrecht.

Allein anhand dieser Fragestellung (zum Thema Urheberrecht lesen Sie im nächsten Abschnitt mehr) wird deutlich, wie wichtig eine rechtssichere vertragliche Basis beim Kauf und Verkauf von NFTs ist, um Folgeprobleme und juristische Auseinandersetzungen im Nachgang zu vermeiden. Vieles wird durch transparente und unmissverständliche vertragliche Ausgestaltungen regelbar sein. Doch dabei sind rechtliche Grenzen zu beachten. Vertragsparteien können nicht einfach alles vereinbaren.

Auch das Urheberrecht kann zum NFT-Betrug führen!

Ein weiteres großes Fragezeichen steht ferner hinter der Frage, ob und wenn ja welche Urheberrechte der Verkäufer eines NFTs eigentlich auf den Käufer überträgt. Soll der Käufer nach Erwerb selbst NFTs des Kunstwerkes herstellen („prägen“) dürfen? Welche Nutzungsrechte und/oder Verwertungsrechte stehen ihm nach Kauf zu, einfache oder ausschließliche Rechte?

Mittlerweile gibt es zwei Arten von NFTs, die hinsichtlich einer Betrugskonstellation zu unterscheiden sind. Einerseits erstellen NFT creators eigene Werke im Sinne des Urheberrechts – beispielsweise durch Anfertigung einer selbst erstellten Grafik, die als NFT verkauft wird. Andererseits gibt es nicht wenige NFTs, die kein eigenes Werk zum Gegenstand haben, sondern auf das urheberrechtlich geschützte Werk einer anderen Person zurückgreifen.

Als Rechtsanwalt für NFT Betrug beraten wir Sie auch zu Fragen des Urheberrechts
Quelle: § 2 UrhG auf dejure.org (Stand: 12.12.2021)

Beispiel: Ein Musik-NFT, der einen Song einer bekannten Popsängerin ohne ihre Zustimmung auf der Blockchain abbildet, wird verkauft. Die erwerbende Person hat diesen NFT zwar erworben, dennoch gehören die Urheberrechte der bekannten Popsängerin und nicht etwa dem NFT-Veräußerer oder dem NFT-Erwerber. Da keine Zustimmung der Popsängerin vorliegt, wurden hier Urheberrechte verletzt. Ist der NFT-Erwerber über die rechtswidrige Urheberrechtslage im Vornherein nicht aufgeklärt worden, könnte ein Betrug im Sinne des § 264a StGB vorliegen.

Sollte der erwerbenden Person des NFT im Nachhinein bekannt werden, dass es urheberrechtliche Problematiken gibt, könnte eine Weiterveräußerung des NFT einen erneuten Betrug darstellen. Denn der neue Erwerber ist dann ebenfalls betrogen worden. Der NFT-Betrug kann also mehrfach in einer Art „Kette des Betrugs“ von unterschiedlichen Personen weitergeführt werden.

Irreführende Werbeversprechen können Teil des NFT-Betrugs sein!

Der regelrechte Hype um NFTs hat im Internet besonders ein Phänomen hervorgebracht: auf Twitter, Facebook und YouTube werden NFTs nicht nur beworben, sondern mit konkreten Preisentwicklungsmöglichkeiten oder Kursversprechen versehen. Diese Vorgehensweise lässt bei Rechtsanwälten „alle Alarmglocken läuten“. Denn es besteht der Verdacht auf eine Straftat, namentlich Kapitalanlagebetrug gemäß § 264a StGB.

Als Rechtsanwalt für NFT Betrug beraten wir Sie, wenn Sie sich beim Kauf von NFTs betrogen fühlen
Quelle: § 264a StGB auf dejure.org (Stand: 12.12.2021)

Wie im § 264a StGB zu lesen ist, können unwahre Angaben zu einer Kapitalanlage strafbar sein. Es drohen Geld- und Freiheitsstrafen. Ein NFT, welcher zu Zwecken der Vermögensanlage vertrieben wird, ist eine solche Kapitalanlage im Sinne dieses Straftatbestands. Insofern machen sich – Stand heute – nicht wenige NFT-Marketingfirmen strafbar. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass nicht nur nach deutscher Rechtslage ein Kapitalanlagebetrug vorliegen könnte, sondern in vielen weiteren Jurisdiktionen.

Die Geschädigten eines solchen Betrugs durch NFT sind rechtlich geschützt. Nicht nur können die Täterinnen und Täter strafrechtlich belangt werden, sondern es ergeben sich aus der Erfüllung des Straftatbestands zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz (§ 823 Abs. 2 Satz 1 BGB i.V.m. § 264a StGB). In einem Strafverfahren gegen die Personen, die sich strafbar gemacht haben, können bereits wichtige Beweismittel gesichert werden, welche letztlich für die Durchsetzung einer zivilrechtlichen Klage nutzbar gemacht werden können.

Allerdings ist nicht jeder NFT, welcher sich kursmäßig nicht so entwickelt, wie die erwerbende Person es gern hätte, gleich ein NFT Betrug. Es geht im Rahmen des § 264a StGB konkret darum, ob proaktiv über Umstände des NFT getäuscht worden ist oder wichtige Informationen zum NFT vorenthalten wurden.

Betrug beim Minting von NFT. Vorsicht bei neuen Projekten!

Auch wenn wir bereits anhand unserer Praxisbeispiele zu Betrugskonstellationen darauf hingewiesen haben: Aus aktuellem Anlass möchten wir Ihr Risikobewusstsein noch einmal im Hinblick auf das derzeit hohe Aufkommen neuer NFT-Projekte schärfen. Uns erreichen gehäuft Anfragen von MandantInnen betreffend fragwürdige Anbieter, die NFTs zu ansprechenden Kunstwerken verkauften oder ankündigen. Die aufgerufenen Preise erreichen teilweise beträchtliche Höhen.

Es gibt zwar durchaus seriöse Anbieter und Handelsplätze für NFTs. Als Beispiel ist hier z.B. OpenSea zu nennen, den beispielsweise der vielfach bekannte Krypto-Influencer CryptoWhale für den Verkauf seiner NFT Kollektion nutzt:

Als Rechtsanwalt für NFT Betrug können wir den NFT Marktplatz OpenSea als erfahrungsgemäß seriösen Anbieter empfehlen
Quelle: Kollektion DigiWhales auf OpenSea.io (Stand: 12.12.2021)

Doch es gibt auch genügend schwarze Schafe am Markt. Aus unserer Erfahrungen heraus haben wir daher folgende Empfehlungen für Sie, die Sie unserer Ansicht nach bei der Betrachtung von NFT Projekten beherzigen sollten.

Prüfen Sie bitte stets:

  1. Sind die Betreiber des NFT-Projekts namentlich bekannt oder treten sie lediglich anonym auf?

  2. Was ergibt eine Onlinerecherche zu den hinter dem Projekt stehenden Personen?

  3. Gibt es Referenzprojekte der Personen und liefen diese reibungslos?

  4. Muss ich den Preis in Vorkasse zahlen? Wenn ja, gibt es eine plausible Erklärung dafür?

  5. Welche Garantien gibt es im im Gegenzug zur Vorkasse, dass ich beim Minting auch wirklich NFTs erhalte?

  6. Welche Rechte erwerbe ich beim Kauf des NFTs? Sind diese transparent dargestellt?


Wenn Sie den vorstehenden Fragen- und Prüfungskatalog gewissenhaft durcharbeiten, werden Sie ein fundierteres Bewusstsein über die mit dem Kauf einhergehenden Risiken entwickeln. Selbstverständlich ist auch der obige Katalog kein Garant für einen risikofreien Kauf. Doch angesichts der oft erheblichen Kaufpreise gilt es für Sie als Investor um ein gesunderes Risikomanagement, dem Sie mit der Beantwortung obiger Fragen besser nachkommen, als einfach darauf zu vertrauen, dass „schon alles gut geht“.

Beweissicherung bei einem NFT-Betrug? Werden Sie umgehend tätig!

Falls Sie den Verdacht haben, dass Sie auf einen NFT-Betrug hereingefallen sind, sollten Sie das Thema Beweissicherung sofort angehen. Es geht darum, dass Sie gerichtsfeste Nachweise sichern, die Ihnen bei der rechtlichen Verfolgung der Täter behilflich sein werden.

Dies ist sowohl für die strafrechtliche Dimension (Ermittlungsbehörden), als auch für die zivilrechtliche Seite (Schadensersatz und Geld zurück) wichtig. Nur so kann dem NFT-Betrug Einhalt geboten werden und Ihre Verluste erfolgreich geltend gemacht werden.

Im Laufe Ihrer NFT-Käufe haben Sie sicherlich:

  • Websites zu den NFTs besucht,
  • Werbemails- und Werbeanzeigen gesehen,
  • Mails bezüglich des NFT-Kaufs erhalten,
  • Überweisungen von Ihrem Girokonto oder Ihren Kryptowallets geleistet, um den Kauf durchzuführen,
  • Twitter-Postings, YouTube-Videos und Facebook-Nachrichten erhalten oder gesehen, die den NFT-Kauf zum Gegenstand hatten oder Versprechungen diesbezüglich,
  • Chatverläufe aus Social Media-Gruppen vorliegen, in denen die NFTs besprochen oder beworben wurden.


All dies sind Beweismittel.
Erstellen Sie umgehend Screenshots von all diesen Datensätzen. Wichtig ist, dass auf den Screenshots auch das jeweilige Datum und der Zeitpunkt des Screenshots zu sehen sind – öffnen Sie daher die Kalenderfunktion, sodass der Kalendereintrag und bestenfalls die Uhrzeit mit auf dem Screenshot gesichert werden.

Beeilen Sie sich lieber. Denn die NFT-Betrüger sind vermutlich schon fleißig dabei, ihre eigenen social media posts zu löschen. Nach einem NFT-Betrug wollen die Täter alle Spuren vernichten. Seien Sie daher schneller als die Täter.

Sie haben sich vermutlich während des NFT-Betrugs mit anderen Personen – auch abseits des Digitalem – über Ihren bevorstehenden NFT-Kauf ausgetauscht. Diese Personen aus Ihrem nahen Umfeld sind wichtige Zeugen, die benannt werden können – sie haben Ihren NFT-Kauf „live miterlebt“ und können gerichtsfest aussagen, welche Versprechen Ihnen von den Betrügern vor dem Kauf gemacht worden sind.

Haben Sie selbst einen NFT-Betrug begangen? Sofort rechtssicher handeln!

Manchmal kann es sehr schnell gehen: der Hype um die NFTs hat Sie motiviert, einen NFT herauszubringen und diesen entsprechend zu vermarkten. Sie haben erfolgreich eine NFT-Gemeinde aufgebaut und alles lief unerwartet gut. Ihre Einnahmen durch den NFT-Verkauf sehr hoch. Plötzlich beschleicht Sie der Gedanke, dass es womöglich keine gute Idee war, all dies ohne eine rechtliche Prüfung durchzuführen.

Womöglich haben Sie wichtige rechtliche Bestimmungen zum Verkauf von NFTs aus Unwissenheit missachtet. Vielleicht haben Sie absichtlich oder wohlwissend einen Betrug durchgeführt.

Ganz gleich, wie Ihre Problematik mit dem NFT-Betrug liegen mag: Wenn Sie selbst TäterIn sein könnten, lohnt es sich, sofort „Schadensbegrenzung“ zu betreiben.

Es geht darum, die Geschädigten möglichst umfassend zu entschädigen. Dies kann in direkter Form durch Rückerstattung der gezahlten Kaufpreise erfolgen, oder indirekt durch einen Vergleich.

Hierbei sollten Sie sich unbedingt rechtsanwaltlich beraten lassen – es droht im schlimmsten Fall eine Haftstrafe. Ihr Rechtsanwalt sollte auf die Konstellation des NFT-Betrugs spezialisiert sein und wird für Sie mit den Geschädigten korrespondieren, um diese möglichst „mild zu stimmen“ und womöglich den Vorwurf des Betrugs aus der Welt schaffen.

In diesem Zusammenhang möchten wir abschließend noch auf die steuerrechtliche Relevanz vom Handel mit NFTs hinweisen. Auf durch den Handel mit NFTs erzielte Gewinne können unter Umständen Steuern anfallen, und müssen gegebenenfalls über Ihre Steuererklärung angezeigt werden. Wir bereits in einem anderen Beitrag von uns beschrieben, ist immer sicherer davon auszugehen, dass das Finanzamt von Ihren Kryptowährungen und NFTs erfährt. Auf behördlicher Seite hat das Know-how im Zusammenhang mit Kryptowährungen und NFTs stark zugenommen, sodass Finanzämter nicht einmal mehr darauf angewiesen sind, dass Handelsplätze Ihre Käufe an das Finanzamt melden.

Fragen und Antworten zum Betrug mit NFT

Bei einem Betrug durch NFTs kann sich ein Schadensersatzanspruch für die geschädigte Person ergeben. Sie können Ihr Geld bzw. Ihre Kryptowährungen zurückfordern.


Ihr Rechtsanwalt sollte den Fall überprüfen, die strafrechtlich notwendigen Schritte gegen die Täter einleiten und gleichzeitig zivilrechtliche Ansprüche für Sie geltend machen. 

Das kommt darauf an, ob Sie vor dem Kauf des NFT von der Person, die den NFT vertrieben hat, getäuscht oder im Unklaren gelassen worden sind.


Beim NFT-Verkauf muss die verkaufende Person rechtliche Rahmenbedingungen einhalten. Dazu gehören beispielsweise Informationspflichten. Es dürfen ferner keine falschen Versprechen zur Kursentwicklung gemacht werden.


All dies kann, je nach Einzelfall, dazu führen, dass Sie Ihren Verlust beim NFT-Vertreiber rechtlich geltend machen können.

Nicht immer. Falls doch, können Ihre Schadensersatzansprüche mit Hilfe eines spezialisierten Rechtsanwalts auch im Ausland geltend gemacht werden. Betrug ist überall strafbar, auch im Ausland.